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    Alles Roger in Kambodscha!?
    Editorial
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    Droid  Signika

    Sehr geehrte Leser des TechnoPharm-Journals,

    laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI) ist Alles klar auf Sansibar: „Der weltweite Markt der elektrischen Prozessautomation wächst 2018 deutlich.“ Und: „2018 ist ein starkes und außerordentlich stabiles Jahr. Das Wachstum der globalen Auftragseingänge liegt weiterhin im hohen einstelligen Bereich.“ Der ZVEI geht für 2019 von einem weiteren deutlichen – wenn auch etwas schwächeren – Wachstum aus. Nun das Zuckerle für TechnoPharm-Leser: Die Umsätze mit konsumnahen Branchen wie Life Science bezeichnet er als „ausgesprochen stabil.“

    In puncto Prozessautomation sieht der ZVEI die Bundesrepublik gut aufgestellt. Neben Wirtschaftsriesen wie die USA und China basiert die gute Lage auch auf „exportstarken europäischen Ländern“ – nach dem spektakulären Absturz der Fußballnation Deutschland im Sommer 2018 kann die Bundesrepublik also wenigstens noch als Exportnation bei den Großen mitspielen!

    Der geneigte Leser wird es schon ahnen: Prozesstechnik in der Pharmaindustrie ist der Schwerpunkt der vorliegenden TechnoPharm-Ausgabe. Ein Beitrag zeigt auf, wie modernste Automatisierung und innovative Probeneinlässe Massenspektrometer neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Auch die Anforderungen an Maschinen und Gebäude beim Upgrade von chemischen API-Anlagen sind Thema.

    Die o. g. Abschwächung des globalen Prozessautomationswachstums erklärt der ZVEI so: „Besondere Herausforderungen ergeben sich aus den Währungsveränderungen, durch Materialverknappung und bei der Beschaffung von geeignetem Fachpersonal.“ Auch Handelskonflikte etwa zwischen China und den USA sind ein Thema. Dies versetzt wohl höchstens Medienblasenbewohner in Erstaunen. Gedanken sollte sich die deutsche Industrie dagegen über dies machen: „Einigkeit unter den Automatisierern besteht darin, dass die Digitalisierung schon spürbar zum Wachstum beiträgt und die allgemeine Entwicklung beschleunigt.“ Und wirklich: Die hiesige Politik wiederholt seit Jahren gebetsmühlenartig die Bedeutung der Digitalisierung. Wer jedoch in Deutschland etwas mehr reist als nur das tägliche Pendeln zur Arbeit, entlarvt dies schnell als Sonntagsreden: Die beinahe schon legendäre Zahl deutscher Funklöcher übertrifft nur noch der rapide Verfall der Netzqualität, sobald man die Grenze der Ballungszentren erreicht. Die deutsche Digitalisierungsperspektive kann man sich also nur schönrauchen – kein Wunder, dass sich einige Pharmafirmen mit Cannabisproduktion beschäftigen!

    Ihr

    Jens Renke

    Redaktion TechnoPharm