Online Suche pharmind
Allgemeine Informationen
ecv - zeitschriften - pharmind

Hier finden Sie ausgewählte Themen der Ausgabe 4/2012.

Arzneimittelwesen • Gesundheitspolitik • Industrie und Gesellschaft

Fachthemen

Gestaltung von Vertriebskooperationen und Auswahlkriterien für Kooperationspartner

Vertriebskooperationen waren und sind in der Pharmaindustrie ein bewährtes Mittel zur Erschließung neuer Märkte, der Optimierung des Produktmarktanteils und der verbesserten Realisierung von Umsatzpotentialen. Darüber hinaus dienen diese aber auch zur effizienteren Marktdurchdringung in einem Umfeld mit vielen starken Mitbewerbern. Die Partner haben dabei innerhalb der Kooperation ganz unterschiedliche Motivationen.
Biotech-Firmen könnten z. B. eine Vertriebskooperation anstreben, weil sie R&D-getrieben sind und selbst über keinen Vertriebsarm verfügen.
Voll organisierte Pharmafirmen hingegen suchen sich Kooperationspartner oft in Ländern, in denen sie selbst noch nicht präsent sind, in Indikationsbereichen, in denen sie von der besseren Expertise des Partners profitieren können, oder sie wählen einen Partner, der die eigene Vertriebsmacht so verstärkt, dass das eigene Produkt wettbewerbstechnisch sehr schnell eine starke Marktposition erlangt. Zusätzlich liefert eine Vertriebskooperation eventuell auch die dringend benötigte Innovation, die im eigenen Portfolio fehlt und auch nicht selbst entwickelt werden kann.
In manchen Fällen ist eine Vertriebskooperation auch das Ergebnis einer R&D-Kooperation, die eingegangen wurde, um die mittlerweile erheblichen Kosten einer Pharma-Neuentwicklung aufbringen zu können.
Kooperationen können vielfältig ausgestaltet werden, sowohl durch Lizenzen als auch durch reine Liefer-/Vertriebsbeziehungen. Welche dieser Formen am besten geeignet ist, entscheidet sich von Fall zu Fall anhand der jeweiligen Gegebenheiten.
All diese Kooperationsformen haben ihre Chancen und Herausforderungen, darüber hinaus unterliegen sie einem zum Teil recht engen Rahmen rechtlicher Regulierung auf nationaler und EU-Ebene. Dieser Artikel stellt einige dieser Rahmenbedingungen dar, zeigt mögliche Handlungsoptionen anhand von zwei, anonymisierte Fallbeispielen aus der Praxis auf und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen von Kooperationsmodellen.

... zum Artikel

 

GMP / GLP / GCP 

Optimierung von Qualitätssicherungssystemen (QSS)

Pharmafirmen stehen mehr denn je unter dem Druck, kostengünstig produzieren zu müssen. Auf der anderen Seite müssen sie aber auch innovativ sein und die immer weiter wachsenden Anforderungen in einem durch Behörden regulierten Umfeld erfüllen. Qualitätssicherungssysteme (QSS) werden meist nur punktartig und reaktiv anhand von Mängeln aus Inspektionen und Audits angepasst. Hierdurch werden Prozesse unnötig kompliziert gemacht und bürokratisiert, Mitarbeiter zunehmend kontrolliert und entmündigt und letztlich die Kosten erhöht. Eine sinnvolle Optimierung von QSS setzt an vier entscheidenden Punkten an: 1. Überprüfung ganzer Elemente von QSS und der zugrunde liegenden Prozesse; 2. Optimierung des QSS hin zu effizienten Prozessen; 3. Stärken der Verantwortung und des Qualitätsdenkens von Mitarbeitern und Führungskräften sowie entsprechende Schulung der Führungskräfte und Mitarbeiter; 4. Einführung von ausgewählten, aussagekräftigen Schlüsselkennzahlen, um die Gewinne an Effizienz zu zeigen und zukünftigen Optimierungsbedarf zu identifizieren.

... zum Artikel

GMP / GLP / GCP

Wareneingangskontrolle von Wirk- und Hilfsstoffen mit dem Fokus auf GMP und regulatorische Anforderungen

Die regulatorischen Anforderungen an eine Wareneingangskontrolle von Wirk- und Hilfsstoffen können mittlerweile nicht mehr nur auf die landeseigenen oder EU-weiten Betrachtungen eingeschränkt werden. Durch eine internationale Kundenorientierung vieler pharmazeutischer Unternehmen und allgemein durch die Globalisierung des Marktes können die Aspekte einer Harmonisierung der Regelwerke innerhalb der Wirtschaftsräume EU, Japan (China) und USA schon längst nicht mehr vernachlässigt werden.


Bei der Merckle GmbH / TEVA Generics System in Ulm werden zur Zeit etwa 800 Rohstoffe, davon sind ein Drittel Wirkstoffe, in der Qualitätskontrolle / Rohstoffkontrolle analytisch untersucht. Zudem werden hier über 7 500 Referenzsubstanzen verwaltet.


Daraus ergeben sich große Herausforderungen in der Umsetzung von nicht nur europäischen bzw. deutschen Gesetzestexten in die Praxis. Der Ausbau einer einheitlichen Struktur im weltweit agierenden Firmenverbund macht es erforderlich, interne, aber gleichzeitig internationale, wesentlich auch mit FDA Richtlinien im Einklang befindliche Arbeitsgrundsätze zu definieren.


Dabei sind die Richtlinien, Verordnungen, EG-/FDA-Guidelines, Normen, Leitfäden, Notes for Guidances, Note to Applicants, Code for Federal Regulation, FDA Guide to Inspection, FDA Guidance for Industry, die Kommentierungen und Interpretationen der Industrieverbände und Behörden, die ISO – Normen und vieles mehr zu beachten.


Nicht zuletzt erkennt man den angestrengten Umgang mit den Regelwerken in der GMP-regulierten Pharmawelt beim Erfahrungsaustausch im Kollegenkreis. Alles was nicht beschrieben und dokumentiert ist, ist nicht durchgeführt. Es wird also diskutiert, interpretiert, definiert und in Standardarbeitsanweisungen (SOP) niedergelegt. Nicht zuletzt an den vielfach angebotenen Seminarprogrammen, welche die Sicht der Länderbehörden und die Sicht der Industrie zu bestehenden und sich verändernden Regelwerken durchforsten, bemerken wir die Lebendigkeit der Gesetze. Diesbezüglich möchte der folgende Beitrag in einem Streifzug vermitteln, was eine Wareneingangskontrolle von Wirk- und Hilfsstoffen so bedeutend und anspruchsvoll macht.

... zum Artikel

Wissenschaft und Technik

Originale

Systematische Untersuchung zur Prozessvalidierung ethoxylathaltiger Emulsionssysteme

Die Qualität einer Emulsion ist davon abhängig, welche Temperatur bei der Herstellung herrscht und in welcher Reihenfolge die verwendeten Substanzen miteinander kombiniert werden.
Es ist bekannt, dass bei Formulierungen, die auf ethoxylierten Verbindungen im Emulgatorsystem basieren, im Extremfall zwei unterschiedliche disperse Systeme hergestellt werden können. Zum einen entsteht eine niederviskose Emulsion („Lotion“), sofern deutlich oberhalb der Phaseninversionstemperatur (PIT) des Emulgatorsystems gearbeitet wird, zum anderen ist eine Emulsion mit höherer Viskosität („Creme“) darstellbar, sofern die Phasenvereinigung unterhalb der PIT vollzogen wird.
Um einen robusten Prozess mit reproduzierbarer Produktqualität gewährleisten zu können, wurden für die zwei möglichen dispersen Systeme, unabhängig voneinander, deren kritische Prozessparameter identifiziert und die zugehörigen Prozesseinstellungen definiert. Zu diesem Zweck wurden unter Zuhilfenahme der „Ishikawa-Methode“, der „Failure Mode and Effects Analysis” (FMEA) und eines sequentiellen „Design of Experiments“ (DoE) die Prozessparameter systematisch untersucht.
Als qualitätsbestimmende Zielparameter der herzustellenden Produkte wurden deren „Viskosität“, „Spreitbarkeit“ und „Konsistenz“ ausgewählt und untersucht.
Für beide dispersen Systeme konnten die kritischen Prozessparameter identifiziert und optimale Prozesseinstellungen bezüglich der ausgewählten Zielgrößen definiert werden.

... zum Artikel

 

Originale

Subcutaneous Administration of Monoclonal Antibodies in Oncology as Alternative to Established Intravenous Infusion / A review

Subkutane Administration von monoklonalen Antikörpern in der Onkologie als Alternative zur etablierten intravenösen Administration / Eine Übersicht

Die subkutane Administration von monoklonalen Antikörpern (mAbs) ist in der Behandlung von Rheumatoider Arthritis (RA) bereits etabliert. In Gegensatz dazu gibt es aber noch keine zugelassenen subkutanen Darreichungsformen von mAbs in der Onkologie. Es wird erwartet, dass die subkutane Verabreichung gegenüber der invasiven intravenösen Administration eine Ressourcenersparnis für das Gesundheitssystem sowie Erleichterung für Patienten bringt, die entweder mittels Monotherapie behandelt werden oder ihre mAb-Therapie zusammen mit oraler Chemotherapie bekommen. Bisher ist das Volumen begrenzt, das schmerzfrei subkutan verabreicht werden kann, was die subkutane Verabreichung höherer mAb-Dosen erschwehrt. Dieses Problem könnte durch Co-Formulierung mit rekombinanter Hyaluronidase (rHuPH20) gelöst werden. Dabei handelt es sich um ein humanes Enzym, das Hyaluronsäure im subkutanen Gewebe temporär spaltet und dadurch genügend Raum schafft, um subkutane Bolus-Injektionen von 2 mL und mehr zu ermöglichen. Verfügbare Daten von Alemtuzumab (ohne rHuPH20), Trastuzumab und Rituximab (mit rHuPH20) in Onkologie-Patientien zeigen eine generell gute Verträglichkeit nach subkutaner Verabreichung. Es gibt erste Hinweise darauf, dass die langsame Absorption nach subkutaner Gabe zu einer Reduktion an Infusionsreaktionen (IRRs) im Vergleich zur intravenösen Gabe führt. Dies muss jedoch erst durch mehr klinische Daten bestätigt werden. Es ist zu erwarten, dass eine subkutane Darreichungsform komplexe Behandlungsmethoden vereinfachen und in manchen Fällen eine Heim- bzw. Selbstadministration ermöglichen kann. Dazu ist ein geeigneter Injektor erforderlich, der die einfache und schmerzfreie Administration von größeren Volumina ermöglicht.

... zum Artikel

Originale

“Design Space” Determination of a Paracetamol Fluid Bed Granulation Using Design of Experiments

Bestimmung eines “Design Space” für die Wirbelschichtgranulation einer Paracetamol-Formulierung mittels experimentellem Design

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Beitrag zum besseren Verständnis des Wirbelschicht-Granulationsprozesses zu leisten. Die Herausforderung lag darin, unter Verwendung einer Paracetamol-Formulierung Einflüsse und Wechselwirkungen von ausgewählten Prozessparametern im Labormaßstab zu untersuchen. Das Screening der Prozessparameter und ihr Einfluss auf die Qualität des erhaltenen Endprodukts, des Granulates, wurden mit Hilfe eines faktoriellen Versuchsplans bearbeitet. Zu diesem Zweck wurden die Prozessparameter zunächst unter Anwendung der Ishikawa-Methode ausgewählt. Die Experimente wurden dann entsprechend des Versuchsplans durchgeführt. Experimente mit hoher Sprührate führten zu einem Granulat mit hervorragenden Fließeigenschaften. Durch die Erhöhung der Zuluftmenge wurden Granulate mit einer engen Teilchengrößenverteilung erhalten.

... zum Artikel

Originale

Preliminary Studies to Assess Ultrasound-assisted Compaction as a Potential Novel Technique in Solid Dispersion Preparation

Voruntersuchungen zur Bewertung von ultraschallgestützter Verpressung als mögliches neues Verfahren zur Herstellung fester Dispersionen

Die Herstellung von festen Dispersionen durch ultraschallgestützte Verpressung (USAC) mit Sonica Lab (IMA S.p.A., Bologna, Italien) wurde untersucht. Dabei wurden Fenofibrat als schlecht wasserlöslicher Modellarzneistoff sowie verschiedene polymere Trägermaterialien verwendet. Statistische Versuchsplanung wurde angewandt um den Einfluss der Prozessparameter zu untersuchen und ideale Prozesseinstellungen zu ermitteln. Eine Verbesserung des Freisetzungsverhaltens im Vergleich zur unbehandelten Mischung von 25 % Fenofibrat und einem Trägerstoff (m/m) wurde erreicht. Allerdings war dieser Effekt vergleichbar zum Freisetzungsverhalten von reinem Fenofibratpulver, wenn das jeweilige Polymer dem Freisetzungsmedium zugefügt wurde. Die zwei Variablen Entfernung der Sonotrode von der Matrize und Ultraschallapplikationszeit wurden als kritische Parameter identifiziert, allerdings fehlt eine ausreichende Kontrollmöglichkeit durch den Anwender. Es kommt daher zu einer Streuung der Ergebnisse. Der Prozess ist stark abhängig von der Partikelgröße der verwendeten Polymere, was zu erhöhter Chargenvariabilität führt. Ungleichmäßigkeit der Ultraschallenergiezufuhr und mangelnde Kontrollmöglichkeit der Verpressungszeit führen zu einer unzureichenden Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Verbesserung der Homogenität der Ultraschallenergiezufuhr, der Prozessüberwachung, der Benutzerkontrolle und eine Verminderung der austretenden Materialmenge sind für eine zukünftige Anwendung im pharmazeutischen Bereich zwingend erforderlich.

... zum Artikel

Ihre Shop Information
Abonnement / Werbung