VDI-Expertenempfehlung für Trockenreinräume
Regularien
Zusammenfassung
Wasserdampf ist in der Umgebungsluft allgegenwärtig – in Produktionsprozessen jedoch oft eine unterschätzte Kontaminante. Während Partikel und chemische Kontaminationen seit Jahren im Fokus der Richtlinienreihe VDI 2083 stehen, rückt Feuchtigkeit als Kontaminante zunehmend in den Blickpunkt. Die seit Jan. 2026 vorliegende VDI-EE 2083 Blatt 4.3 adressiert erstmals Planung, Errichtung und Betrieb von Trockenreinräumen mit Taupunkten von 0 °C und tiefer, wie sie z. B. in der Lithium-Ionen-Batteriefertigung erforderlich sind. Der Beitrag adressiert die technischen Herausforderungen, die durch Personal- und Materialfluss entstehen, geeignete Trocknungssysteme sowie besondere Herausforderungen durch das Fehlen von Wasser in der Raumluft. Weitere Herausforderungen entstehen durch den Zielkonflikt zwischen Entrauchungspflicht und Feuchteschutz, die Notwendigkeit von Löschkonzepten möglichst ohne Wassereinsatz sowie Schleusen für Personal und Material als funktionskritisches Anlagenelement. Schlussendlich ist extrem trockene Luft wegen ihrer Wirkung auf die menschliche Schleimhaut ein Arbeitsschutzthema.
Korrespondenz:
Thomas Wollstein
VDI e. V., VDI-Platz 1, 40468 Düsseldorf
wollstein@vdi.de
![]() | Dipl.-Phys. Thomas Wollstein richtete 2004 für ICCCS und den VDI die 17. Internationale Reinraumtechniktagung in Bonn aus. Von 2006–2011 war er Generalsekretär des internationalen Reinraumtechnik-Dachverbands ICCCS. Er ist Physiker und betreut als technisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter seit mehr als 20 Jahren die Weiterentwicklung der Richtlinienreihe VDI 2083 „Reinraumtechnik“. |
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Wasserdampf ist in der Umgebungsluft allgegenwärtig – in