Ökologische und ökonomische Belastungen temperaturkontrollierter Vakzine-Lieferketten in Europa
Gesundheitswirtschaft
Zusammenfassung
Impfprogramme zählen zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin und haben die öffentliche Gesundheit maßgeblich verbessert. Der Erfolg globaler Impfkampagnen hängt entscheidend davon ab, dass temperaturempfindliche Vakzine entlang der gesamten Lieferkette unter kontrollierten Bedingungen gelagert und transportiert werden [1]. Gleiches gilt für viele der neuen, modernen Therapieklassen: Auch weitere Biologika und sog. Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs) benötigen strikte Temperaturführungen, die teils sogar ultra-niedrige Lagerungstemperaturen zur Sicherung ihrer Stabilität vorsehen. Analysen zur ökonomischen und ökologischen Lieferketten-Belastung werden damit an Bedeutung gewinnen; Biologika stellen insgesamt einen der derzeit stärksten Wachstumsmärkte dar. Trotz dieser zentralen Bedeutung sind die Kosten- und ökologischen Effekte temperaturkontrollierter Lieferketten in Europa bislang nur unzureichend quantifiziert [2]. Vor diesem Hintergrund diskutiert der vorliegende Beitrag verfügbare Evidenzen zu Kosten- und Emissionseffekten temperaturgeführter Lieferketten von Vakzinen und beschreibt thermostabile Ansätze als potenziellen Hebel zur Reduktion von Gesundheitsausgaben und Umweltbelastungen.
Korrespondenz:
Dr. Stefan Lutzmayer
IQVIA Commercial GmbH & Co. OHG, Unterschweinstiege 2–14, 60549 Frankfurt am Main
Stefan.Lutzmayer@iqvia.com
![]() | Dr. Stefan Lutzmayer aus dem Thought Leadership Team von IQVIA analysiert Datenbestände, um u. a. für pharmazeutische Hersteller wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Seine Themen reichen von Launch Performances über Gesundheitspolitik bis zu neuen Therapeutika. Zuvor war er IT-Consultant im Gesundheits- und Pharmabereich. Er ist promovierter Molekularbiologie (Uni Wien) und hat in renommierten Fachzeitschriften u. a. über Genomanalysen publiziert. |
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