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    Abbildung 1: Teil einer Lyophilisationsanlage (Quelle: gmp-experts).

    Das GMP-Zertifikat für Anlagenbauer und Maschinenhersteller: Illusorischer Aufwand oder Vorteil für Industrie und Patienten?

    Spektrum

    Die GMP-Belastung für Hersteller und Lieferanten technischer Gewerke wird ständig höher. Genau wie die Pharmaproduzenten sind auch die Anlagen- und Maschinenhersteller den ständig wachsenden Anforderungen diverser GMP-Regelwerke ausgesetzt (Abb. 1).

    Abbildung 1: Teil einer Lyophilisationsanlage (Quelle: gmp-experts).

    Dabei sind die Forderungen und Erwartungen, die an Techniklieferanten gestellt werden, um als GMP-tauglich zu gelten, meistens nicht exakt standardisiert, sondern risikobasiert definiert – und das durch den Pharmakunden. Das ist zwar legitim und ganz im Sinne einschlägiger Regelwerke (z. B. ICHQ9), erzeugt aber bei den Maschinenlieferanten Uneinheitlichkeit im Ansatz zur Qualitätssicherung gemäß GMP. Und: Pauschale Zertifizierungen mit aktuell am Markt befindlichen non-GMP-Qualitätsstandards reichen den Kunden im Hinblick auf ihre Produkte und die Patienten nicht aus.

    Es gibt bestimme Endpunkte, die beschrieben oder erwartet werden – z. B. Sanitary Design, Qualitätsparameter in der Fertigung, Anforderungen an Dokumentationen, Gewährleistung, hochwertige After-Sales-Services. Aber diese Forderungen sind durch die gängigen GMP-Leitfäden nur sehr wenig mit Substanz unterfüttert. Sicherlich, technische Standards gibt es zuhauf. Aber welche GMP-Forderung nun mittels welcher DIN-, VDI- oder sonstiger Norm wirklich als erfüllt angesehen wird, hängt vom Einzelfall ab. Jeder Pharmakunde hat eigene Ansprüche, und diese sind so heterogen, dass es schwer werden kann, nach einem einheitlichen internen Qualitätssystem zu arbeiten. Sollte aber durch ein GMP-Kunden-Audit festgestellt werden, dass der Betrieb versucht, diverse Qualitätsstandards zu pflegen, kann dies im Extremfall schon fast als Audit-Mangel gelten.

    Das andere Extrem ist, dass Anlagenhersteller im Bottom-Up-ähnlichen Stil dem Pharmakunden im Grunde die Entscheidung aus der Hand nehmen, was GMP-gerecht ist. Dem Pharmakunden fehlt hierfür oft die eigene technische Expertise.

    Wie ist das so gekommen?

    Für Lieferanten von GMP-relevanten Anlagen und Ausrüstungen bestehen kein eigener, behördlich verbindlicher GMP-Leitfaden und keine GMP-Prüfpflicht analog einer Herstellungserlaubnis des Pharmakunden. In dieser Situation befinden sich auch andere Zuliefersparten der Pharmaindustrie, z. B. Hilfsstoff- und Packmittelhersteller. Aber auch sonst existieren für den Engineering-Bereich keine GMP-fokussierten Referenzen oder Zertifizierungen. Zwar gibt es im Bereich GMP-Anlagenbau viele mehr oder weniger klar ausgesprochene Erwartungen, oft mit Verweisen auf Interessenverbände, z. B. VDI, ISPE oder PDA, die gern als der „Stand von Wissenschaft und Technik“ definiert werden. Aber diese Erwartungen sind weder hinreichend konkret noch gebündelt verfügbar. Es gibt also keine durchgängig klare Orientierung – weder für die Lieferanten noch für deren Pharmakunden, wenn diese eine Lieferantenqualifizierung und dabei vielleicht auch ein Vor-Ort-Audit durchführen wollen.

    Die Innovation: Ein Technisches GMP-Zertifikat!

    Gäbe es die Möglichkeit, z. B. den EU-GMP-Leitfaden für Lieferanten technischer Gewerke (etwa Produktions- und Abfüllanlagen) so aufzubereiten, dass eine Art Technische GMP-Zertifizierung möglich wird? Ja! Auch wenn sich der GMP-Leitfaden nicht direkt an Anlagenbauer und Maschinenhersteller wenden mag: Aus ihm lassen sich Grundforderungen für eine technische GMP-Bestätigung entnehmen. Beispiele sind der GMP-Leitfaden Part I mit den Kapiteln 1–3 sowie Part III Q9, Annex 15 oder Annex 1. An einigen Stellen gibt sogar klare Verweise auf weitere Regelwerke oder Standards, die als Best Practices letztlich Teil der GMP-Forderungen geworden sind.

    Der Anspruch besteht nun darin, diese Forderungen in standardisierbare Audit- oder Zertifizierungsaktivitäten zu überführen und sie stets auf aktuellem Stand zu halten. Denn anders als in anderen Qualitätsstandards gibt es im GMP-Bereich die Möglichkeit, Forderungen auch anders als im GMP-Leitfaden genannt umzusetzen, wenn die entsprechende Tauglichkeit der alternativen Lösung durch das Unternehmen gezeigt werden kann. Das bedeutet: Hier braucht es neben standardisierten Audit- oder Inspektionsprogrammen zusätzlich technische Fachexpertise, die man sich eben nicht in einem Auditorenkurs aneignen kann und die auch nicht einfach z. B. durch einen Co-Auditor „aus der Pharmatechnik“ des Kunden mit hineingegossen wird.

    Durch diese Fachexpertise stünde eine solche technische GMP-Zertifizierung auf weitaus robusterer Grundlage, als es für Lieferantenaudits in den meisten Fällen überhaupt vorstellbar wäre! Hinzu käme, dass für ein technisches GMP-Zertifikat eine größere Offenheit des Techniklieferanten z. B. im Rahmen eines Zertifizierungsaudits zu erwarten ist als bei Kundenaudits mit ständig wechselnden Anforderungen. Die Not, gewisse mangelhafte Sachverhalte nicht in den Mittelpunkt zu stellen, wäre bei einem formalen – und dann voll gewollten – technischen GMP-Audit geringer. Dazu käme, dass ein Audit oder eine Inspektion mit dem Ziel des Zuspruchs eines so neuen technischen GMP-Standards viel mehr Zeit beanspruchen könnte, als es bei einem normalen Kundenaudit (typischerweise nur 1 bis max. 2 Tage) möglich wäre. Je nach angelegter Systematik und Größe des Lieferanten stünde hinter einem technischen GMP-Zertifikat eine Vor-Ort-Audit-Zeit von 3–10 oder sogar mehr Tagen(!) – ein Luxus, den kein Lieferanten-GMP-Audit der Welt für sich in Anspruch nehmen kann. Regelmäßige Erneuerungen solcher Zertifikate wären zudem der logische nächste Schritt eines solchen Unterfangens. Auf diese Weise müssten sich auch Pharmakunden wenig Gedanken hinsichtlich der Compliance-Aktualität des zertifizierten Lieferanten machen, denn ein solcher technischer GMP-Qualitätsstandard entwickelte sich dynamisch mit der regulatorischen Landschaft weiter.

    Wie wäre die Akzeptanz im GMP-Umfeld? Erfahrungen aus Beratung und Seminaren zeigen deutlich: Gäbe es eine solche Qualitätsauszeichnung, so verschaffte das Anlagenbauern und Maschinenherstellern einen deutlichen Marktvorteil! Rückmeldungen von Pharmabetrieben bestätigen dies: Läge ein verlässliches technisches GMP-Zertifikat vor, hätte das direkten Einfluss auf die Auswahl von Lieferanten bei Neuanschaffungen. Eine weitere positive Folge wäre eine deutlich reduzierte Belastung durch Qualifizierungsaudits, also eine Entlastung auf Seiten der Anlagenhersteller und(!) auf Seiten der Qualitätsabteilungen der Pharmakunden. Gerade weil Behörden kein solches technisches GMP-Zertifikat ausstellen und weil zwischen Lieferanten und Pharmakunden die beschriebene Unschärfe zwischen Sachkunde und GMP-Compliance besteht, schlösse dies eine schon seit Jahrzehnten bestehende Lücke sinnvoll.

    Der gmp-experts-Beitrag

    Für gmp-experts sind GxP-Audits auch bei Anlagenbauern und Maschinenherstellern Teil des Tagesgeschäftes. Um die Lösung der hier beschriebenen Probleme bemühen sich die Kollegen des Unternehmens tagtäglich. Dazu gehören auch Anstrengungen, eine technische GMP-Standardisierung anzustreben.

    Weitere Informationen:

    Dr. rer. nat. Dietmar Gross
    Apotheker/Senior Consultant
    gmp-experts BeratungsGmbH
    Kirchwiesenstraße 5
    67434 Neustadt/Weinstraße
    Tel.: +49 (0)6321 3995566
    Fax: +49 (0)6321 3995577
    e-mail: gross@gmp-experts.de
    www.gmp-experts.de

    Originaldokument