Rubrik: Fachthemen
(Treffer aus pharmind, Nr. 01, Seite 70 (2009))
Schröder C
Common Technical Document / Erfahrungen und Ausblicke fünf Jahre nach Implementierung / Schröder C
Common Technical Document
Erfahrungen und Ausblicke fünf Jahre nach Implementierung
Dr. Christa Schröder1, Dr. Rainer Canenbley2 und Otmar Pfaff3
Paul-Ehrlich-Institut1, Langen, Yes Pharmaceutical Development Services GmbH2, Friedrichsdorf, und Merck KGaA3, Darmstadt
Ziel des folgenden Beitrags ist die Darstellung der Erfahrungen
von gut fünf Jahren Arbeit mit dem Common Technical Document
(CTD), das gemäß ICH-Vorgaben (International Conference
on Harmonisation of Technical Requirements for Registration
of Pharmaceuticals for Human Use, http://www.ich.org)
seit 2003 in Europa angewendet werden soll. Ziel der ICH ist
die Harmonisierung der Beurteilungskriterien von Arzneimitteln
als Basis der Arzneimittelzulassung in den Regionen Europa,
USA und Japan. Die ICH erarbeitet dabei für diese Regionen
geltende Leitlinien (Guidelines).
Das CTD ist in diesen drei Regionen für die meisten Zulassungsanträge
vorgeschrieben. Es wurde außerdem zwischenzeitlich
u. a. von Kanada und der Schweiz übernommen. Dadurch ist
es möglich, für ein neues Arzneimittel in einer einheitlichen
Struktur weitgehend vergleichbare Zulassungsunterlagen einzureichen.
Der Grad der erreichten Harmonisierung ist
mehr oder weniger weit fortgeschritten. Neben inhaltlichen
bestehen teilweise auch strukturelle Differenzen,
die einer Harmonisierung bedürfen, z. B. die regionalen
Unterschiede in den verschiedenen CTD-Modulen.
Das CTD gliedert sich in vier Module, welche die Bereiche
Qualität (Module 3 und 2.3), Nicht-Klinik (Präklinik) (Module
4, 2.4 und 2.6) und Klinik (Module 5, 2.5 und 2.7) abdecken. Wegen
unterschiedlicher nationaler gesetzlicher Definitionen und
Vorgaben, Sprachen und weiterer Unterschiede hat man sich
darauf verständigt, das Modul 1 nicht auf ICH-Ebene zu harmonisieren,
sondern weiterhin unter regionaler Regulation zu belassen.
Im folgenden Beitrag wird die Frage diskutiert, inwieweit
sich die Anwendung des CTD seit seiner Einführung als vorteilhaft
oder nachteilig erwiesen hat. Dabei stehen unter anderem
im Vordergrund: Anträge für Neuzulassungen, „Lifecycle Management“,
Transparenz, modulares Arbeiten; Hat das CTD einen
Mehrwert generiert? Was könnte man besser machen?
Im Abschnitt Ausblick/Vorschläge wird angeregt, das CTD-Format
im Hinblick auf die Eigenschaften der Arzneimittel für
neuartige Therapien zu überarbeiten. Neben großen Herausforderungen
(z. B. in einem Dossier solche Prozesse abzubilden,
die Patienten-individuell sind) birgt eine solche Überarbeitung
auch Möglichkeiten, das CTD anhand der gewonnenen Erfahrungen
zu verbessern oder beispielsweise firmeninterne Prozesse
entlang des CTD zu optimieren.
Es gibt auch noch weitere Produktgruppen, für deren globale
Entwicklung gleichsinnige Definitionen in allen drei ICH-Regionen
wünschenswert wären, so dass ein CTD erstellt werden
kann. Warum sollten Diskussionen dazu nicht aus Europa unter
Berücksichtigung der Lissabon-Agenda von 2000 angestoßen
werden?
© ECV- Editio
Cantor Verlag (Germany) 2009